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Im Jahre 1960 wurde die Werkstatt Ebinger von Lies und Heinz Ebinger gegründet.

Lies Ebinger hatte nach ihrem Studium an der Werkkunstschule Offenbach eine Ausbildung zur Keramikmalerin absolviert und in Keramikmanufakturen in Höhr-Grenzhausen gearbeitet. Heinz Ebinger hatte während Ausgrabungsarbeiten in Verbindung mit seinem Archäologiestudium persische Baukeramiken kennen gelernt, die zwischen 5000 und 8000 Jahre alt waren. Es faszinierte ihn, dass diese Keramiken, selbst nach so langer Zeit, noch bestens erhalten und vor allem noch immer farbig waren. Er sattelte um und studierte Keramikingenieur in Arzberg.

1962 kauften Lies und Heinz Ebinger das ehemalige Grubenhaus, mit dazu gehörigem Gelände in der Lindenbach 2 in Bad Ems und bauten zuerst das Hauptgebäude aus und in den siebziger - und achtziger Jahren nach und nach weitere Produktionshallen hinzu. So entstand eine Produktionsfläche die ganz auf die individuellen Bedürfnisse der Firma zu geschnitten ist.
Nach anfänglicher Gefäßproduktion realisierte Heinz Ebinger, Anfang der siebziger Jahre, angeregt durch die frühgeschichtlichen persischen Baukeramiken, der italienischen, spanischen und arabischen Handformplatten und der mittlerweile auf dem deutschen Fliesenmarkt immer stärker
werdenden Nachfrage nach individuellen Kunst – und Baukeramiken, seinen Traum einer
Herstellung von Boden – und Wandplatten in reiner Handarbeit.



So entwickelte sich aus dem kleinen Familienbetrieb innerhalb von ca. 10 Jahren, durch die Kombination von hohem künstlerischem Schaffen und fundierter keramischen Technologie, eine Werkstatt die, weltweit einzigartig, die gesamte Bandbreite der Baukeramik herstellt.
Diese Bandbreite ist bis heute erhalten und umfasst die Branchenzweige:

  • Künstlerische Wand – und Bodengestaltungen für den privaten, öffentlichen und sakralen Raum
  • Handform - Boden – und Wandfliesen
  • Denkmalpflege und Rekonstruktion von historischen Keramiken
  • Kachelöfen und Kaminöfen
  • Mosaiken
  • Säulen und Brunnen
  • Gartenkeramik
  • Sitze, Sessel und Bänke aus Keramik
  • Keramische Pflastersteine und farbig glasiertes Natursteinpflaster
  • Handbemalte Dekorfliesen und individuelle Formteile
  • Individuallösungen für Architekten und Planungsbüros

Lies Ebinger mit Friedensreich Hundertwasser und dem Architekten

Heinz Ebinger und Friedensreich Hundertwasser

Im Jahre 1983 kam, mit der Realisierung des ersten Hundertwasserhauses in Wien, die enge Zusammenarbeit mit Friedensreich Hundertwasser und nach dessen Tod im Jahr 2000 mit dessen Management und Nachfolger Joram Harel, zustande.

Neben, auch heute noch, zahlreichen Aufträgen für Hundertwasserbauten entwickelte sich eine ständig steigende Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern, wie z.B. Arik Brauer, Moriz Götze, Wolfgang Thiel, Georg Meistermann, Hermine Antoine, Gottfried Kumpf und zahlreiche mehr, die entweder ihre Entwürfe in der Werkstatt umsetzen lassen oder in den Räumen selbst arbeiten.

Diese Entwicklung wird heute bewusst durch eine enge Verbindung zum „Künstlerhaus – Schloss Balmoral“,  in dem
Stipendiaten der rheinland-pfälzischen Stiftung
für Bildende Kunst leben und arbeiten, gefördert.



Im Jahr 1992 erkrankte Heinz Ebinger schwer und seine Tochter Katharina, aufgewachsen und in der Werkstatt Ebinger zur Baukeramikerin ausgebildet, übernahm, nach 15 Jahren Mitarbeit in sämtlichen Bereichen der Werkstatt, besonders in den Abteilungen künstlerische Gestaltung, Entwurfsarbeit und Planung, sowie in der Entwicklung und Vermarktung von neuen Produkten, die Geschäftsführung und Leitung des Unternehmens.

2002 übernahm der älteste Sohn von Katharina Ebinger-Schnaß, Paul Driesch, die Firmenleitung.

Die sich zunehmend verschlechternde Zahlungsmoral und die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise führte im November 2008 dann leider zur Insolvenz.

 


Zum Jahresende 2008 entschied sich Katharina Ebinger-Schnaß, ihre mittlerweile aufgebaute Naturheilpraxis nur noch nachrangig zu betreiben und die Firma neu zu gründen.

Durch die große Vielfalt an Produkten und Vermarktungsbereichen ist es der Firma gelungen, sich vollständig von der konjunkturellen Situation im Bausektor zu lösen.
Produkte, wie z.B. Licht - und Leuchtsteine im Wintergarten oder Freiraumbereich, - ornamentale, großformatige, keramische, farbige Pflasterelemente für den Stadtsanierungs- – und Freizeitbereich, - farbige, beheizbare, innovative Möbel und Gestaltungselemente aus Keramik für den Wellnessbereich sind 2009 neu entwickelt und zur Marktreife gebracht worden.

Mit einer jungen, flexiblen, fachlich qualifizierten und hoch motivierten Mannschaft, einem gefüllten Auftragsbuch, zahlreichen interessanten Großprojekten in der Planungsphase und einer Fülle von neuen Produkten in der Planungsschublade, ist die Firma Ebinger-Schnass-Keramik auf dem guten Weg die große Tradition der „besten Keramiker der Welt“ (Friedensreich Hundertwasser) fortzuführen.